Schul- und Sozialkirche St. Jakobus Oberhausen-Osterfeld (Tackenberg)
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Anschrift und Kontakt
Anschrift: An St. Jakobus 1, 46119 Oberhausen
Kontakt:
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Geschichte der Kirche
„Als Gemeinde miteinander unterwegs“ lautete das Motto, das die Pfarrmitglieder beherzigt haben. Das Fundament zu diesem Selbstverständnis haben schon ihre Vorfahren gelegt, die sich im Jahre 1887 erstmals mit dem Gedanken trugen, eine eigene Gemeinde und Kirche zu gründen. Der Kirchenvorstand von St. Pankratius sowie die Bischöfliche Behörde und die Königliche Regierung in Münster sahen zwar die Notwendigkeit einer Abpfarrung ein, aber nach dem Tod des Bischofs wurde das geplante Unternehmen erst einmal wieder zu den Akten gelegt.
Die Industrialisierung ließ die Zahl der Katholiken derart hochschnellen, dass die Abtrennung erneut beschlossen wurde. In rühriger Weise wurde der im Juli 1900 gegründete Kirchbauverein tätig, und auch die Mutterpfarre stellte finanzielle Mittel zur Verfügung. Zudem ordnete Bischof Felix Hartmann für den 11. Februar 1912 eine Kollekte für den Bau der Klosterhardter Kirche an.
Wie schon bei der Errichtung der katholischen Schule (1875), hatte es auch um den Standort des Gotteshauses ein Gerangel zwischen ,,oberer“ und ,,unterer“ Klosterhardt gegeben. Eine Vorentscheidung fiel gewissermaßen, als der Gastwirt Josef Wischermann einen neuen Saal für die Feier der Gottesdienste fünf Jahre lang kostenlos zur Verfügung stellte. Die erste Heilige Messe in der Notkirche fand am 24. Dezember 1905 statt.
Die junge Gemeinde wollte nun ihr neues Gotteshaus gegenüber der Notkirche haben – dort, wo es heute steht. Hierzu erteilte der Bergbau zunächst keine Genehmigung und schlug einen Platz in der Nähe der früheren Gaststätte Rupieper vor, weil hier mit weniger Bergschäden zu rechnen war. Erst als die Geschäftsleute Schadenersatzansprüche aufgrund zu befürchtender Einkommenseinbußen geltend machten, zog der Bergbau es vor, die gewünschte Baustelle zu genehmigen und den Eisenbeton zu bezahlen, auf dem die Kirche errichtet werden mußte.
Bei der feierlichen Grundsteinlegung am 13. Juli 1913 sagte Dechant Bernhard Strumann: ,,Möge das neu zu erbauende Gotteshaus, dessen Turm dann weit in die Lande schaut, für alle Katholiken Klosterhardts bis in das ferne Geschlecht sein eine Pforte des Himmels“. Am 9. März 1915 konsekrierte Weihbischof Bernhard Kappenberg aus Münster das neue Gotteshaus. Im Juli 1915 wurde St. Antonius Klosterhardt selbständige Gemeinde und am 15. August fand die feierliche Einführung des ersten Pfarrers Josef Meier, der schon all die Jahre als Rektor tätig war, statt.
In den darauffolgenden Jahren erlebten die Bewohner, dass hauptsächlich junge Familien hier ihr neues Wohndomizil suchten. Im Sichtkreis des Kirchturmhahnes von St. Antonius wichen Gärten, Felder, Heide und Busch den neuen Siedlungen. Die hohe Geburtenrate in den Ortsteilen Tackenberg und Klosterhardt bewirkte, dass Oberhausen einst als kinderreichste Stadt Westdeutschlands galt.
Als Ende der sechziger Jahre auf der Klosterhardt wieder eine Großreparatur am Gotteshaus anstand, wurde vorher das schon längst fällige Pfarrzentrum gebaut, das während des Umbaus der Kirche gleichzeitig als Notkirche diente. Im Rahmen der Renovierung wurde der Innenraum den Erfordernissen der Liturgiereform angepaßt.
Im Jahr 2023 wurde die Kirche einer weiteren Renovierung unterzogen. Nach dem Motto KIrche erlebbar wurde die KiBar erschaffen, ein Kirchraum, der den Bedurfnissen einer Kinderkirche Rechenschaft trägt, dennoch ist die Kirche als klassiche Gemeindekirche nutzbar.
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Informationen zur Schul- und Sozialkirche St. Jakobus
Die Keimzelle zu dieser Pfarrei wurde gelegt, als sich in den fünfziger Jahren die Zahl der zu St. Antonius Klosterhardt gehörenden Katholiken verdoppelt hatte. Besonders in dem Bereich der sogenannten Tackenbergsiedlung auf beiden Seiten der Dorstener Straße war die Zahl der Gläubigen im Zuge intensiver Wohnungsbaumaßnahmen dermaßen stark angestiegen, daß der damalige Kaplan Hermann Stürwald im Jahre 1957 von dem Münsteraner Bischof Dr. Michael Keller beauftragt wurde, den Aufbau des zukünftigen Seelsorgebezirks St. Jakobus zu leiten.
Zu dieser Zeit existierte das Ruhrbistum noch nicht, und die Diözesangrenzen verliefen quer durch die Stadt. Die 1958 erfolgte Gründung der Diözese Essen brachte für die entstehende Gemeinde zunächst Unerfreuliches: Verzögerungen beim Kircbbau traten ein. Akten wanderten, Pläne wurden neu überdacht.
Länger als zunächst vorgesehen mußte deshalb der Saal des Jugendheimes als Behelfskirche dienen, denn an Stelle einer ,,richtigen“ Baracken-Notkirche hatte man – entgegen den anfänglichen Plänen aus Münster – gleich ein richtiges Jugendheim gebaut. Es wurde zum ersten Kristallisationspunkt der jungen Gemeinde. Und bereits ein Jahr zuvor hatte der auf Initiative von Pfarrer Franz Drees gegründete Kirchbausammelverein einen Kindergarten errichtet.
Unter tatkräftiger Mithilfe vieler Pfarrmitglieder konnte dann schon im November 1959 das Richtfest gefeiert werden. Mit dem wachsenden Neubau aus Beton und holländischen Klinkersteinen entwickelte sich auch der Aufbau ,,aus lebendigen Steinen“. Für die Seelsorge entstanden die verschiedenen Vereine, Gruppen, Gremien, in denen Priester und Laien Hand in Hand arbeiteten. So war Gemeinschaft nach außen hin schon sicht- und spürbar, als am 11. Juni 1960- ein Jahr nach der Lösung von der Mutterpfarrei St. Antonius und Erhebung zur selbständigen Gemeinde mit derzeit über 7.000 Seelen – die Kirchweihe mit Weihbischof Julius Angerhausen erfolgte.
Das Gotteshaus präsentiert sich als ein moderner Kirchenbau. Der Düsseldorfer Architekt Heinz Thoma wählte für St. Jakobus die Grundform eines Fünfecks, dem er einen trapezförmigen Chorraum anfügt. Ein weit vorgezogener Kirchturm markiert den Kirchplatz an der Tackenbergstraße. In dem gut proportionierten Innenraum sorgt auch die eingenwillige Deckenkonstruktion für eine angenehme Atmosphäre. Der Altar ist in die Mitte des mit rotem Ziegelwerk ausgekleideten Raumes gerückt und an drei Seiten von Bänken (370 Sitzplätze) umgeben. Zwei mächtige Pfeiler, welche die sich vor dem Chorraum verzweigende Betonbinderkonstrukion unterstützen, akzentuieren die zentrale Stellung des Altares. Die ursprüngliche Portalfront mit Fensterwand ist aufgrund von Witterungseinflüssen und wegen früherer Bausünden 1980 durch eine Wand aus Betonwabensteinen ersetzt und um einen Vorbau erweitert worden. Dieser Vorraum wurde 1982 um eine Buntverglasung mit dem Jakobus-Symbol bereichert.
Während 1990 Glockenstuhl und Turm wegen Baufälligkeit saniert werden mußten, standen ein Jahr später die Erneuerung des Kirchendaches und der Chortenster auf dem Plan. 1992 erhielt das Gotteshaus in Verbindung mit einer umfassenden lnnenrenovierung auch eine neue Beleuchtung. Darüber hinaus wurde das bisherige schlichte Dreieckfenster im Chorraum durch eine Buntverglasung ersetzt.
Die Kirche, die sich in neuem, ansprechenden ,,Outfit“ präsentiert, ist mit von Wilhelm Polders sen. geschaffenen Kunstwerken (Ambo, Tabernakel, Leuchter, Kreuz, Taufbrunnen) ausgestattet. Die Jakobus-Statue und die Schutzmantel-Madonna, bunt ausgemalt und teilweise vergoldet, wurden in einer Holzschnitzer-Werkstatt in Reit im Winkl aus Lindenholz gefertigt.
Beherzigt haben die Jakobus-Gemeindemitglieder die Aufforderung von Weihbischof Angerhausen, dass die Feier der Kirchweihe nicht das Ende der Aktivitäten bedeuten dürfe, sondern nur ein Markstein auf dem Wege sei und Anlass zu frischem Mut geben soll.