Kirche St. Pankratius Oberhausen-Osterfeld
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Anschrift und Kontakt
Anschrift: Bottroper Str. 173, 46117 Oberhausen
Kontakt: pfarrbuero.stclemens@bistum-essen.de
Weitere Anfragen zu Bescheinigungen oder Taufe und Eheschließungen finden Sie auf der Seite der Verwaltung und des Pfarrbüros. Hier finden Sie weitere Kontaktformulare
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Öffnungszeiten
Montag bis Freitag: 09.00 – 18.00 Uhr
Samstag und Sonntag nur zu den Gottesdiensten!
Geschichte der Stadt Osterfeld und der St. Pankratius-Kirche
Vortrag von Ferdinand Küper, gehalten am 21. 1. 1967
Mitschrift und Aufarbeitung : Heinrich J. Bahne
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Teil 1: Ursprünge
Um 630 n.Chr. hat Kunibert von Köln als erster das Christentum in unserer Gegend verbreitet. Hilfe bekam er von den unter ihm arbeitenden englischen und irischen Mönchen u.a. Suitbert und Ewald I und II.
690 landete Willibrod auf dem Festland. Suitbert war in dieser Gegend der Apostel der neuen Botschaft. Die Erfolge wurden bedroht durch Einfälle der Sachsen 695 in Kaiserswerth am Rhein , 710 in Dorsten und am 1. März 717 wieder in Kaiserswerth. Das Christentum ist dennoch unter den Sachsen nach einer Ermahnung des Papstes weiter erblüht.
799 wurde das Kloster Werden von Ludgerus gegründet und 804 das Bistum Münster. Die Bischöfe hatten sich in Klöstern zurückgezogen. Von hier aus übten sie ihren Einfluß auf unsere Heimat aus, besonders von Werden und Deutz.
Damit tritt Osterfeld in das Licht der Geschichte.
In Werden wurden von 890 - 1803 genaue Listen geführt, das waren Abgabenlisten.
1150 entstand das liber previlegium major. Der Besitz von Werden reichte von der Ruhr bis zur
Nordsee und vom Rhein bis zur Weser. Durch die Abgaben hatte das Kloster keine materiellen Sorgen. sterfeld hat eine tausendjährige Verbindung nach Köln, urkundlich liegt nichts in Münster. Aus Werdener Quellen kommen um 1000 erste Nachrichten über Osterfeld.
1050 ist die erste Nennung sicher. Es ist eine kleine Abgabenmeldung von Ostarfeld an die Scholaren
in Werden. Auch im Memorienbuch kehrt der Name wieder: Ostervelde. Ostara war eine heidnische
Lichtgöttin. (anderer Name im Kreis Moers).
Um 890 (850) wird das Gut Armelerhof in Vonderort erwähnt.
Erst als Osterfeld Pfarre wurde, tritt es in Erscheinung. Sie wurde nicht vom Kloster Deutz gegründet, dieses hat sie geerbt als Eigenkirche des sächsischen Kaiserhauses. Die Wurzel von St. Pankratius ist eventuell eine Bußleistung von Adela, Gräfin von Hamaland. Balderich hat sie sicher vor dem Jahr 1020 als Kirche gegründet. Durch die Inkorperation war der Abt des Klosters Deutz jetzt Herr der Pfarre,
Noch 1285 war der Pfarrer von St. Pankratius von Deutz abhängig als Vertreter des Abtes.
1395 war Friedrich Lugge erster unabhängiger Pfarrer. Dadurch wurden die Bindungen an Deutz
gelöst:." Osterfeld cum capellis Cyriakus Bottrop und Wellheim".
1568 bekam Bottrop den ersten Pfarrer, vorher war er Vicekurat, erst 1897 fiel die letzte Bindung an St. Pankratius Osterfeld.
Der Adel hatte das Ernennungsrecht für die Pfarrer an St. Pankratius. Es waren u. a.- die Grafen von Hardenberg, Vögte des Klosters Werden,
- die Grafen von Berg als Vögte des Klosters Deutz,
- die Grafen von Limburg-Styrum,
- die Grafen von Daun und Falkenstein und
- die Grafen von Nesselrode -Reichenst
die den Pfarrer Hermann Lewe noch vorgeschlagen haben. Das Ernennungsrecht ruht jetzt.
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Teil 2: 14. - 16. Jahrhundert
Zunächst stellten die Osterfelder Familien die Pfarrer von Bottrop und Osterfeld, dann kamen Leute von Dorsten. Die Pfarrer lebten in Armut, sie hatten keine fetten Pfründe. Die Vikare waren besser gestellt.
1569 visitierte der Erzbischof Salentin von Isenburg das Vest, zuerst war er in Dorsten. Alle Pfarrer es Vestes waren aufgerufen, Auskunft über die Rechtgläubigkeit zu geben. Der Pfarrer von Osterfeld erschien nicht. Christian auf dem Hove war hier Pfarrstellenvertreter, doch saß er eigentlich in Meiderich und war protestantisch, hatte aber noch die Pfarren von Bottrop und Osterfeld unter sich.
In Osterfeld war alles in Ordnung, nicht so in Bottrop und Kirchhellen. Alle Geistlichen hatten Kinder und Frauen, denn der Zölibat war nicht klar. Erst das Konzil von Trient stellte den Zölibat klar heraus.
Damals war auch auf den Adelshöfen die Kommunion in zweierlei Gestalten gestattet, in der Kirche gab es vorher Spülwein. Der Pfarrer führte nun in Bottrop die Kommunion unter beiden Gestalten ein.
Vicekurat Kaspar Stamm ging 1570 ebenfalls nach Meiderich und trat zum Protestantismus über.
Es scheint, daß das Dorf Osterfeld die nicht im alten Glauben Stehenden ausschiedt. Dann ist kein Versuch zum Übertritt mehr feststellbar, deshalb wurde das Patronat an die Herren von Vondern geschenkt. -
Teil 3: 16. - 18. Jahrhundert
Armenpflege und Neupriester sind zunächst zu erwähnen.
Es existiert ein Armenprotokoll von 1664 mit einer ausführlichen Auflistung. In den Kirchenbüchern sind die Armenausgaben vermerkt. Es gab einen eigenen Armenprovisor, der vom Pfarrer ernannt und vom Baron Herrn von Brempt zu Vondern bestätigt wurde. Wie der Armenprovisor so wurde auch der Kirchmeister vereidigt. Auf dem Kupferbecken von 1731 im alten Taufstein stehen die folgenden Namen : Schmitz, Pastor und Storp, Kirchmeister.
Die Armenkasse war die Sparkasse des Dorfes. Es sammelte sich Kapital an und brachte Zinsen
1837 war die Summe von etwa 50000 DM an Kapital vorhanden, die 3 - 4 Tausend DM Zinsen brachte.Darüber konnte man verfügen. Bedacht wurden
die Armen des Dorfes sowie Studenten, Pilger und Kollektanten. Arme Leute bekamen Geld für einen Sarg, der damals einen Taler und 22 Stüber kostete. Die Dorfgemeinde spürte: einer hat für den anderen einzustehen.
1664 war die erste Pilgerfahrt nach Kevelaer. -
Teil 4: 18. -20 Jahrhundert
Von 1706 ist eine Firmungsreise des Kölner Weihbischofs überliefert:
Am 28. April fing er in St. Pankratius an; zwei Bottroper Theologen bekamen die niederen Weihen. Am Nachmittag wurde gefirmt, es waren 1100 Firmlinge, die Jüngsten 12- 18 Jahre. Dann fuhr der Bischof nach Recklinghausen. Dort bekamen 15 Theologen die niederen Weihen. Im
ganzen Vest wurden bis zum 13.5. 12000 Menschen gefirmt und 81 Theologen bekamen die niederen Weihen.Durch die Industrie kam größerer Reichtum nach Osterfeld:
1754 wurde die erste Hütte gegründet. 1876 wurde sie aufgegeben, da sie keinen Bahnanschluß hatte.
1787 wurde ein vollkommener Ablaß für denjenigen gewährt, der an zwei Marienfeiertagen nach Empfang der Sakramente für die Wiedervereinigung der Christen betete. Vor dem 17. Jahrhundert hatte die Pfarre 3.500 Seelen, im 17.Jahrhundewrt stieg die Zahl auf 12.500 Katholiken. Deshalb begann man 1896 mit dem Bau der neuen Pankratiuskirche.
1905 gehörten 15.000 Katholiken der Pfarrei St. Pankratius an.Deshalb waren Abpfarrungen nötig:
- 1905 entstand die Notkirche St. Antonius. Mit dem Bau der Kirche begann man 1913, 1915 wurde er geweiht.
- Die Kirche St. Josef Heide wurde 1910 gebaut.
Der Bau von drei Kirchen in dieser kurzen Zeit zeugt vom Opfergeist der Osterfelder Christen. - Dazu kam 1921 die Notkirche St. Marien im Saal Lüger. 1927 war die Pfarrkirche fertig.
Weitere Abpfarrungen folgten:
- 1954 St. Suitbert,
- 1958 St Vinzenz und
- 1960 St. Jakobus.
1962 wurde St. Pankratius zur Propsteikirche ernannt.
Fotos und Beschreibungen aller Fenster der Kirche
(zusammengestellt von der „Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e.V.“)