Abschied von St. Johann Holten

Abschied von St. Johann Holten

Abschied von St. Johann Holten

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Abschied von St. Johann Holten

Der Abschied von der Kirche St. Johann in Holten rückt näher. Nach dem Verkauf des Gebäudekomplexes wird die Kirche am 8. November 2026 profaniert. Eine Abschiedswoche soll zuvor noch einmal Raum geben für Erinnerungen, Begegnungen und einen bewussten gemeinsamen Abschied von einem Ort, der für viele Menschen über Jahrzehnte ein Stück Heimat war.

Der Kaufvertrag für die Kirche St. Johann sowie die zugehörigen Gebäude ist am 8. September 2026 unterzeichnet worden. Damit steht nun auch der zeitliche Rahmen für die Übergabe fest: Kirche, Alte Kaplanei und der überwiegende Teil des Pfarrheims müssen bis zum 30. November geräumt sein. Die eigentlichen Räumungsarbeiten beginnen bereits am 10. November.

Zuvor aber soll nicht das Ausräumen, sondern der Abschied im Mittelpunkt stehen. Vom 1. bis 7. November ist eine Abschiedswoche geplant. Sie bietet Gelegenheit, noch einmal zusammenzukommen, zurückzublicken und sich ganz persönlich von St. Johann zu verabschieden. Den liturgischen Schlusspunkt bildet am Sonntag, 8. November, 15:00 Uhr, die Messe zur Profanierung der Kirche unter der Leitung von Weihbischof Ludger Schepers.

Für alle Christen in Oberhausen und Umgebung, besonders aber für die Menschen, die eine besondere Beziehung zu diesen Gebäuden gepflegt haben, ist diese Veränderung weit mehr als nur eine Schlüsselübergabe. Mit dem Gebäude verbinden sich Taufen und Erstkommunionen, Hochzeiten und Beerdigungen, Gottesdienste an Weihnachten und Ostern – aber ebenso Gemeindefeste, Gruppenstunden und viele alltägliche Begegnungen. Entsprechend schmerzlich ist der Abschied, auch wenn das Kirchengebäude äußerlich erhalten bleib.

Für einen prägenden Teil von St. Johann ist bereits eine Zukunft gefunden: Die Glocken werden nach der Profanierung ausgebaut und an die evangelische Kirchengemeinde St. Pankratius in Halle weitergegeben. Der entsprechende Kaufvertrag ist unterzeichnet und genehmigt. So werden die Glocken von St. Johann auch künftig Menschen zum Gottesdienst rufen. Die Turmuhr soll dagegen vollständig im Turm verbleiben. Noch offen ist die endgültige Zukunft des Hochaltars. Hierzu werden die Ortsausschüsse im Sterkrader Norden eine gemeinsame Abstimmung treffen.

Auch nach der Profanierung wird es zunächst weiterhin Räume für gemeindliches Leben vor Ort geben. Zwei Räume des Gemeindeheims sowie Küche und WC stehen der Gemeinde noch bis zum 30. Juni 2027 kostenfrei zur Verfügung.

Der Abschied von St. Johann steht zugleich für einen größeren Veränderungsprozess innerhalb der Stadtpfarrei. Nicht alle bisherigen Kirchen und Gebäude können dauerhaft erhalten werden. Finanzielle Rahmenbedingungen, rückläufige Mitgliederzahlen und veränderte Formen kirchlichen Lebens machen Entscheidungen notwendig, die für die Menschen vor Ort dennoch schmerzhaft bleiben. Denn eine Kirche ist nie nur ein Gebäude. Sie ist ein Ort voller Geschichten, an dem Menschen gebetet, gefeiert, getrauert und Gemeinschaft erlebt haben. Mit der Profanierung von St. Johann endet diese Geschichte an diesem Ort – die Erinnerungen und das, was Menschen dort miteinander im Glauben verbunden hat, bleiben. Unter dem Motto „Wir gemeinsam“ wird in der Region Sterkrade Nord in nächsten Zeit die Trauer und Veränderungssituation besprochen und bearbeitet. 

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